Wie Sie Ihre Berufung erkennen

Geht es Ihnen auch so? Kaum lesen Sie das Wort Berufung, haben Sie Lust, sich mal wieder mehr um den Wohlfühlfaktor bei der Arbeit zu kümmern. Wir sind guten Mutes, dass immer mehr Menschen dem Ruf des Herzens folgen, damit unsere Businesswelt mehr und mehr zu einem Ort der Erfüllung wird.
Warum es sich lohnt, nicht nur eine Arbeit zu haben, sondern der Berufung zu folgen, beleuchteten wir im vorherigen Blogbeitrag: ›Warum Ihre Berufung echten Erfolg und Erfüllung liefert‹

Fern der eigenen Berufung zu arbeiten wirkt sich negativ auf die Leistungsfähigkeit und Lebensqualität aus. Höchstleistungen bleiben aus und die Seele hungert nach Sinn. Zeit, endlich mehr Klarheit über die eigene Berufung zu bekommen. Damit Sie Ihre Berufung leichter erkennen können, haben wir Ihnen die zehn wichtigsten Tipps zusammengestellt.

»In uns allen erklingt eine zarte Melodie.
Wenn wir sie hören und ihr folgen,
führt sie uns zur Erfüllung unserer sehnlichsten Träume.«
Siegfried und Roy

Nehmen Sie sich ausreichend Zeit für diesen Artikel. Am besten holen Sie direkt einen Block und Stift. Lassen Sie sich von den zehn Punkten zu persönlichen Einsichten einladen. So lesen Sie den Artikel nicht nur, sondern profitieren wirklich von ihm.

Berufung erkennen

Top Ten: Berufung erkennen

1. Sehnsucht

Am Anfang der Berufungsfindung steht die Erkenntnis über die eigene Sehnsucht. Unsere Sehnsucht ist der Ruf der Seele.  Sie weiß, wann und wie wir stimmig und sinnerfüllt leben können.

Wir haben schon viele Menschen gefragt: »Was löst Sehnsucht in Ihnen aus? Was begeistert Sie? Wovon fühlen Sie sich magisch angezogen?« …
Geht es Ihnen ähnlich, wie den meisten Menschen und Sie finden nicht sofort einen Zugang zu diesen Fragen. Kein Problem.

Lassen Sie uns die Fragen umdrehen: »Welche Themen regen Sie auf? Was nervt Sie – immer wieder? Wo wünschen Sie sich dringend Veränderungen?«

Bitte denken Sie nicht nur an Ihr Leben: »Welche gesellschaftlichen, kulturellen, religiösen oder wirtschaftlichen Themen machen Sie wütend? Wo wünschen Sie sich, dass sich etwas ändern sollte?« …

Kleiner Tipp: Schreiben Sie alles auf, was Ihnen spontan einfällt. Bewerten Sie nichts. Denken und fühlen Sie gleichermaßen. Welche Themen berühren Sie? Öffnen Sie sich. Erlauben Sie allen Gedanken und Gefühlen wahrgenommen zu werden.

2. Talente

Talente sind nicht nur Fähigkeiten, sondern der natürliche Reichtum, der in jedem Menschen schlummert. Gleichzeitig sind Ihre Talente der Nährboden für Ihre Berufung.

Sport, Musik, Kunst, Kommunikation, Empathie, Sprachbegabung, technisches Verständnis – Dinge, die Sie immer schon gut konnten, bemerken Sie oft gar nicht im Alltag.

Kein Wunder: Fähigkeiten, die wir aufgrund unserer Talente haben, wurden nicht durch Lernen oder Ausbildungen erworben. Es sind unsere natürlichen Begabungen und Veranlagungen. Und damit sind sie so selbstverständlich, dass wir diese kaum bemerken.

Deshalb lohnt sich ein gedanklicher Ausflug in die Vergangenheit:

  • Was konnten Sie schon als Kleinkind besonders gut?
  • Womit fielen Sie bereits im Kindergarten auf?
  • Was fiel Ihnen schon in der Schule leicht?
  • Wofür wurden Sie immer schon von anderen bewundert?
  • Wofür werden Sie häufig gelobt?
  • Womit erstaunen Sie andere?

Schreiben Sie auf, was Ihnen spontan einfällt. Beim späteren Lesen fallen Ihnen bestimmt nützliche Zusammenhänge auf.

3. Roter Faden

Jedes Leben hat eine Art roten Faden. Wir selbst bemerken bestimmte Zusammenhänge oft gar nicht. Dabei ziehen sich wesentliche Aspekte immer wieder durch das Leben.

Wenn Sie Ihre Biografie anschauen, was können Sie als roten Faden erkennen? Welche Wünsche tauchten immer wieder auf? Welche Talente werden immer wieder sichtbar?

Erinnern Sie sich an Ihre Lieblingsfächer, Freizeitaktivitäten, Urlaubsziele, Lebenswünsche, Visionen, …  Welche Aspekte tauchen immer wieder auf?

Überlegen Sie: Welche Musik, Literatur, Kunst hat Sie geprägt? Mit welchen Menschen verbrachten Sie schon immer am liebsten Ihre Zeit? Worüber sprachen Sie am liebsten? Welchen Stellenwert hatte die Natur dabei? …

Was waren immer schon Nebensächlichkeiten für Sie? Was waren Ihre Hauptanliegen? Was weckte schon immer ein starkes Verlangen in Ihnen? Was löst immer wieder Unternehmungslust in Ihnen aus und tut es auch heute noch?

Nicht lange überlegen, einfach alles aufschreiben.

4. Vorbilder

Wer sich beruflich verändern will, sucht sich am besten Vorbilder. Andere Vorbilder können uns eine Richtschnur für unseren Weg geben. Ihr Erfahrungsschatz kann uns auf unserem Weg helfen.

Andere spiegeln unser Potenzial. Menschen, die uns inspirieren, zeigen uns, wovon wir uns angezogen fühlen. Gleichzeitig können uns schlechte Beispiele helfen, uns zu konkretisieren.

Finden Sie eine oder mehrere Personen, die Sie sehr bewundern.

  • Wer inspiriert Sie durch sein Wirken?
  • Wofür bewundern Sie diese Person?
  • Welche Themen verbinden Sie mit der Person?
  • Welche Eigenschaften gefallen Ihnen besonders gut?
  • Wie lebt bzw. arbeitet diese Person?
  • Was begeistert Sie daran?
  • Welche Fähigkeiten hat diese Person?
  • Welche Gemeinsamkeiten erkennen Sie?
  • Welche Unterschiede nehmen Sie wahr?
  • Was mögen Sie nicht an der Person?

5. Lebendigkeit

Dort wo Ihre größte Leidenschaft mit den Bedürfnissen der Welt zusammenkommt, liegt Ihre Berufung. Ihre Berufung zu leben, schenkt nicht nur Ihnen eine unendliche Vitalität und Lebendigkeit. Auch für die Menschen, die von Ihrer Arbeit profitieren, ist Ihr Tun ein Segen.

Erlauben Sie sich doch einfach mal zu träumen: »Wenn Sie vor nichts Angst hätten, wie könnten Sie andere am besten unterstützen?«

  • Welche Probleme können Sie leicht lösen?
  • Welche Wünsche können Sie leicht erfüllen?
  • Welche Bedürfnisse werden immer wieder an Sie herangetragen?
  • Wie genau unterstützen Sie dann andere?
  • Wen möchten Sie in Zukunft gerne beruflich unterstützen?

Träumen Sie weiter: »Wenn Geld keine Rolle spielen würde, welchen Beitrag würden Sie am liebsten leisten?«
Erinnern Sie sich, was Sie stört: Ressourcenraub in der Natur, Verschwendung von Potenzialen in Unternehmen, Tierquälerei, krankmachende Ernährung, …

Machen Sie sich bewusst, was Sie inspiriert: Frieden, Verbundenheit, Erfolg, Schönheit, Gesundheit, Natur, Kunst, …

Schreiben Sie auf:

  • Was liegt mir wirklich am Herzen?
  • Welche Vision inspiriert mich?
  • Wie kann ich meine Berufung konkret ausdrücken?

6. Ehrlichkeit

Wenn wir über unsere Berufung nachdenken, müssen wir uns bewusst machen, was passiert, wenn wir unsere Bestimmung finden und leben wollen. Gleichzeitig müssen wir uns bewusst sein, was passiert, wenn wir sie ablehnen und nicht leben.

Ihre Sehnsucht will gelebt werden. Ihre innere Stimme will gehört werden.

Auch wenn Sie wahrscheinlich selten über Ihre Seele im Businesskontext sprechen, ist sie es, die durch Ihre Arbeit zum Ausdruck gebracht werden will.

Wenn wir uns nicht trauen unsere Berufung zu leben, stecken wir fest. Selbstzweifel, Verzweiflung und Trauer stellen sich ein. Wir entwickeln uns nicht nach Plan. Die Lebenslust sinkt und mit ihr die Leistungsfähigkeit.

Deshalb lohnt es sich, ehrlich zu sich selbst zu sein:

  • Welchen Preis haben Sie zu zahlen, wenn Sie Ihrer Berufung folgen?
  • Was müssen Sie dafür aufgeben?
  • Was werden Sie dadurch gewinnen?
  • Welchen Preis haben Sie zu zahlen, wenn Sie Ihrer Berufung nicht folgen?
  • Welche Konsequenzen hat das für Ihre Lebenszufriedenheit?

7. Planung

Aus Ihren inneren Bildern eine energievolle Vision zu entwickeln und eine Umsetzungsstrategie abzuleiten, ist einfach, sobald der Ruf erst einmal vernommen wurde.

Leiten Sie aus dem inneren Bild einfach realistische Schritte ab. Überstürzen Sie nichts. Beginnen Sie lieber mit kleinen Projekten. Gehen Sie keine unnötigen Risiken ein. Entwickeln Sie eine tragfähige Strategie. Bitten Sie andere Menschen um Unterstützung.

Wichtig ist: Machen Sie sich Ihren Wert für die Welt bewusst. Folgen Sie Ihrer Sehnsucht. Spüren Sie die Energie, die Sie nach vorne treibt. Vernehmen Sie das Gefühl von Dringlichkeit (Drang). Erkennen Sie: „Da will ich lang. Dafür brenne ich.“

8. Hürden

Jede Sehnsucht lässt unser Herz höher schlagen. Gleichzeitig bringt sie auch Ängste und innere Blockaden hervor. Sonst wären wir unserer inneren Stimme schon längst gefolgt. Sind wir aber nicht, weil sie uns aus der Komfortzone lockt.

Seien wir realistisch. Jeder neue Lebensweg wird von Freude und Euphorie getragen. Gleichzeitig werden Hindernisse auftauchen. Die Angst ist meist der erste Stolperstein.

Innere Hindernisse und äußere Hürden können wir am besten umschiffen, wenn wir wissen, welche einem auf dem Weg begegnen werden.
»Mit welchen Hürden rechnen Sie? Wer oder was kann Ihnen helfen, diese zu meistern? Was brauchen Sie, um sich nicht von Ihrem Weg abhalten zu lassen?«
Je realistischer Sie mit Ihrer Berufung umgehen, desto entspannter werden Sie Ihre Lebensaufgabe erfüllen.

9. Auszeiten

Manche Menschen wissen schon mit vier Jahren was sie beruflich werden wollen. Andere erkennen erst nach vielen Umwegen, was durch sie gelebt werden möchte. Für einige ist die Wahrnehmung der eigenen Berufung nicht ganz so einfach.
Wenn auch Sie dazugehören, sollten Sie sich keinen Druck machen. Gönnen Sie sich stattdessen regelmäßige Auszeiten. Entspannen Sie sich und schulen Sie Ihre Selbstwahrnehmung.
Eine Auszeit von Alltag ermöglicht innere Einkehr. Sie schafft Distanz zum Bestehenden. Sie fördert das Selbstbewusstsein und hilft Wesentliches wahrzunehmen.

Keine Sorge: Es muss nicht gleich ein Sabbatical oder Klosteraufenthalt sein. Tägliche Rituale tun es auch:

Alltagsrituale

Alles ist gut, was Ihre Selbstwahrnehmung und Ihr Körperbewusstsein stärkt. Mediation, Yoga, Sport, Sauna, … Entspannung hat generell viele positive Auswirkungen auf die Verwirklichung der eigenen Berufung. Je entspannter Sie sind, desto besser spüren Sie, was in Ihnen vorgeht. Je selbstbewusster Sie sind, desto weniger lassen Sie sich von den Bedürfnissen anderer beeinflussen. Je selbstsicherer Sie auftreten, desto weniger werden Sie sich von Ängsten einschüchtern lassen.

Verbringen Sie bewusst Alleinzeiten – am besten in der Natur. Reduzieren Sie Ablenkungen durch Außenreize, wie Fernsehen, Tageszeitung, Social Media, …
Lauschen Sie lieber der leisen inneren Stimme, als der Meinung Fremder.

Schulen Sie Ihre Wahrnehmung. Schreiben Sie Ihre Gedanken in ein Tagebuch:

  • Wann habe ich heute die größte Freude empfunden?
  • Was habe ich heute getan, was mir überhaupt nicht entsprach?
  • Welche Tätigkeiten schenken mir Energie?
  • Welche Tätigkeiten rauben mir Energie?
  • Wann war ich so richtig im Flow?
  • Wessen Erwartungen habe ich heute entsprochen – meinen?
  • Was sollte ich unbedingt beibehalten?
  • Was sollte ich unbedingt ändern?

10. Berufung leben

Was Ihre Berufung nicht ist: Sie ist nicht nur ein Hobby. Stimmig zu leben macht nicht immer Spaß. Die Berufung bewahrt uns nicht vor unangenehmen Aufgaben.

Deshalb: Lieblingsbeschäftigungen müssen nicht gleich zum Beruf werden. Wenn Sie gerne Bergwandern gehen, müssen Sie das nicht unbedingt beruflich tun. Regelmäßige Wochenendtouren können Ihre Lebenszufriedenheit ebenso erhöhen.

Sobald Sozialkontakte, Spaß und Spiel im Leben genügend vorkommen, können Sie generell besser mit beruflichen Herausforderungen klarkommen. Sobald die Balance zwischen Beruf und Privatleben stimmt, steigt die Zufriedenheitskurve automatisch an. Ein ausgewogenes Leben nimmt den den Druck, die Berufung schnell umsetzen zu müssen.

Manchmal dauert es Jahre, bis wir die Berufung leben und den Brotjob an den Nagel hängen können. Meist geht es nicht von heute auf morgen, die Berufung als Einnahmequelle zu realisieren.

Sollte es auch bei Ihnen so sein, genießen Sie die ersten Schritte dorthin. Feiern Sie das Leben, mit dem was gerade ist. Es kommt nicht darauf an, sofort am Ziel zu sein.

Vielmehr geht es darum: Die Berufung zu erkennen. Überholtes zu beenden. Wesentliches zu beginnen. Echt zu leben.

Ihre Seele freut sich, wann immer Sie beschließen, dem Ruf des Herzens zu folgen. Wie Konfuzius schon sagte: »Der Weg ist das Ziel.« Auf mehr kommt es manchmal gar nicht an.

Berufung erkennen

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2 Kommentare
  1. Bernhard Bühr
    Bernhard Bühr says:

    Hallo
    Ich bin immer wieder angetan von Euren Posts. Es tut so gut zu spüren, dass es noch mehr Menschen mit Herz und Hirn gibt, die sich selbst treu bleiben.
    Macht weiter und fühlt euch umarmt.
    Bernhard B.

    Antworten
    • dieOberdorfs
      dieOberdorfs says:

      Lieber Bernhard,

      danke für Deine wundervolle Worte. Sie tun gut!
      Wir wissen, dass es ganz viele Menschen mit Hirn und Herz gibt.
      Viele von ihnen sieht und hört man nur nicht.
      Aber es gibt sie und sie verändern derzeit vieles.

      Ganz liebe Grüße
      Astrid-Beate & Christoph ;O)

      Antworten

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