Die Zeiten, in denen ausschließlich der Verstand Entscheidungen gefällt hat, sind vorbei – auch im Business. Das Herz ermöglicht Dinge, die der Verstand nicht kann. In seiner Weisheit kommen alle Intelligenzarten zusammen.

Was genau diese Aussage nun für Ihr Business bedeutet, wie Sie selbst mit »unliebsamen« Geschäftspartnern auskommen, wie Sie Ihre Präsenz, Vitalität und Echtheit stärken und vieles mehr, erfahren Sie in der folgenden Leseprobe des Buches »Innere Transformation – Äußerer Erfolg«. Viel Spaß beim Lesen!

Erfolgsprinzip Liebe

Das Erfolgsprinzip der Liebe steht für Selbstliebe, Nächstenliebe und die bedingungslose Liebe. Sie entspringt einem offenen Herzen (energetisch). Sie ist das Gegenteil von Lieblosigkeit, aber auch von Selbstverleugnung.

Sie schenkt uns die Kraft, uns voller Mitgefühl auf Beziehungen einzulassen – zu uns selbst und anderen. Liebe erlaubt uns, unsere Interessen zu vertreten und uns empathisch auf andere Menschen einzulassen. Sie bringt Licht in unsere Schattenwelt und löst Projektionen auf – wenn wir bereit sind, gewohnte Denkmuster immer wieder zu hinterfragen und uns zu verändern.

Frank, Inhaber einer Holzbaufirma, ist am Telefon und will unbedingt persönlich mit einem von uns sprechen: »Erinnern Sie sich, was ich damals geantwortet habe, als Sie mit dem Thema Liebe im Business ankamen?«
Natürlich erinnerte ich mich.
»Liebe? Meine Firma ist doch kein Vergnügungspark! Meine Mitarbeiter sollen nicht gehätschelt werden, die sollen arbeiten«, war seine Reaktion gewesen. Seine Worte hatten unmissverständlich geklungen. Franks Lebensmotto hätte damals lauten können: »Zähne zusammenbeißen und durch!«
Ich rechnete also mit dem Schlimmsten.
»Ich wollte nur kurz danke sagen«, hörte ich ihn, »auch wenn ich es nicht wirklich verstehe, aber irgendwas ist anders geworden. Hier entsteht gerade wieder so etwas wie Aufbruchstimmung … Ich muss Schluss machen, meine Jungs warten, wir haben richtig viel zu tun.«

Als wir Frank kennenlernten, beklagte er sich: »Gute Mitarbeiter zu bekommen ist unmöglich. Am liebsten würde ich die Hälfte von meinem Trupp feuern, aber dann könnte ich sofort schließen …« Alles, was er über sein sechsköpfiges Team sagte, spiegelte seine Verbitterung und Verärgerung.

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Verschlossene Herzen

Gerade in der aktuellen Businesswelt ist es für viele gar nicht so leicht, mit den »lieben« Geschäftspartnern auszukommen.

Nirgendwo sonst gibt es so viele »schwierige« Personen, die uns »ärgern«, »enttäuschen« oder »Druck machen«. Was die einen als wirtschaftliche Notwendigkeit ansehen, halten andere für Profitgier oder Lieblosigkeit. Die Freude an einer weiteren Zusammenarbeit erlischt, wenn wir uns schlecht behandelt fühlen – wir verletzt, verunsichert und aus unserer inneren Mitte geworfen werden.

Je mehr schmerzhafte Erfahrungen wir machen, desto mehr legen wir uns Strategien zurecht, um uns zu schützen. Emotional bauen wir Schutzmauern auf, machen wasserdichte Verträge und entwickeln Kommunikationsstrategien – alles nur, damit uns in Zukunft keiner mehr wehtut, schadet oder auf der Nase herumtanzt. Wer nicht verletzt werden will, macht sein Herz einfach zu.

Gerade in Führungspositionen sind verschlossene Herzen angesagt. Das Tückische ist: Wer Schmerz abblockt, verhindert auch Gefühle wie Freude, Liebe und Leidenschaft. Wer seine Gefühle unterdrückt, erzeugt einen riesigen Schatten und erschafft für sich und andere viel Leid.

Ein Großteil unseres Potenzials halten wir unter Verschluss, wenn wir versuchen, mit verschlossenem Herzen Erfolge zu erzielen. Wir täuschen uns selbst und andere müssen uns zwangsläufig ent-täuschen. Nur so können wir spüren, dass bei all unseren Erfolgen die wahre Erfüllung fehlt.

Lieblosigkeit und mangelnde Wertschätzung sind im Businessalltag so normal geworden, dass immer mehr Menschen Beziehungen als echte Belastung empfinden. Wann immer wir glauben, andere hätten ein Herz aus Stein, wären nicht mit ganzem Herzen bei der Sache oder würden uns das Herz brechen, sollten wir uns eins bewusst machen: Wir unterliegen bestimmten Gesetzen. So wie die Erdanziehungskraft dafür verantwortlich ist, dass wir nicht vom Boden abheben, so gibt es auch geistige Gesetze, die darüber bestimmen, mit wem wir in Kontakt kommen und was wir erleben. Denn nichts behindert Erfüllung und Erfolg so sehr wie Konflikte, Spannungen, Misstrauen und Vorbehalte gegenüber unseren Mitmenschen (Kunden, Kollegen, Mitarbeitern, Geschäftspartnern …) – sie sind die größten Erfolgsbremsen.

Jenseits von Gut und Böse

Wahrscheinlich spüren Sie intuitiv, dass die Art, wie in unserer Gesellschaft Beziehungen betrachtet werden, auf den nächsten Seiten auf den Kopf gestellt wird.

Wenn wir akzeptieren, dass unsere 3 Bewusstseinsebenen die Ursache für unsere Umstände sind, dann macht es keinen Sinn, im ersten Schritt Fakten und Resultate verändern zu wollen. Wandeln wir zuerst uns selbst, können wir im zweiten Schritt gezielte Veränderungen vornehmen. Jenseits von Gut und Böse finden wir den Ausstieg aus dem täglichen Kampf und die Liebe zum Sein – wenn wir unser Herz öffnen. Dazu reicht es, uns diese mutige Absicht zu setzen: Ich bin jetzt bereit, mein Herz zu öffnen und mich von ihm leiten zu lassen!

Liebe – die Basis im Business

Wenn wir über Liebe im Business sprechen, dann meinen wir damit auf der einen Seite die Qualität der Beziehung zu uns und anderen und auf der anderen Seite den Bewusstseinszustand der Liebe – weniger das Gefühl, sondern die Geisteskraft der bedingungslosen Liebe. Schließlich sind Beziehungen der Dreh-und-Angelpunkt für berufliches Wachstum. Wann immer aus zwei oder mehr starken »Ichs« ein starkes »Wir« werden kann, können Wunder geschehen. Investieren wir in bereichernde Beziehungen, können Projekte gelingen, Erfolge müheloser erzielt werden und alle Beteiligten über sich selbst hinauswachsen. Arbeiten wir gemeinsam mit anderen an etwas, was alle lieben, ist es normal, dass jeder für sich geradesteht und seine wahre Größe einnehmen kann. So sieht aus unserer Sicht gelebte Selbst- und Fremdliebe aus.

Wer den Weg der Bewusstwerdung geht, wird früher oder später auf die Liebe stoßen, darüber sind sich Mystiker und Meditationslehrer seit Urzeiten einig. Je mehr wir unser Herz für unsere Integrität öffnen, desto reiner und unverdorbener werden unsere Motive für unsere Handlungen.

Der Grad unserer Integrität zeigt sich häufig in dem tiefen Gefühl der Verantwortung für die Welt. Je mehr wir unsere Talente und Fähigkeiten in den Dienst des Herzens stellen, desto mehr arbeiten wir nach unserem Gewissen. Ist unsere Liebe zu Allem-was-ist einmal erwacht, ist es kein Größenwahn, wenn wir mit unseren Unternehmen Verantwortung übernehmen wollen. Im Gegenteil, es ist eine leidenschaftliche  Selbstverpflichtung.

In dem Moment, in dem wir uns unserer universellen Verbundenheit bewusst sind, agieren wir auf einer höheren
Bewusstseinsebene – dem SEIN.

Diese Liebe ist die vereinende Kraft, die jenseits von Bewertungen und Beurteilungen wie gut und schlecht, richtig und falsch, positiv und negativ usw. anerkennt, was ist. Sie ist der Kern aller Dinge. Sie ist nicht ein Gefühl und braucht auch kein Denken, dass das Leben kompliziert macht. Vielmehr ist sie die Bewusstheit, dass alles so ist, weil es genau so sein soll.

Der Bewusstseinszustand der Liebe ist das Tor, um echte Verbundenheit zu erleben. Öffnen wir uns für die allumfassende Liebe des Universums, handeln wir aus unserem höchsten Potenzial und transformieren unsere Welt.

Im SEIN übernehmen wir Verantwortung für das, was innerhalb und außerhalb von uns passiert, in unseren Beziehungen mit unseren Mitmenschen: Mitarbeitern, Kunden, Lieferanten …

Alles ist EINS

Im Gegensatz zur Familie haben wir im Businesskontext viel häufiger die Wahl, mit wem wir zusammen sein wollen: Mitarbeiter, Kunden, Geschäftspartner, Lieferanten … So gut es geht, suchen wir sie uns selbst aus.

Trotzdem haben viele Selbstständige und Unternehmer, so wie Frank, das Gefühl, die »falschen« Menschen an ihrer Seite zu haben. Wie kommt’s?

In unserem kleinen Alltag ist uns selten bewusst, dass wir alle in einem großen Kosmos, also in einer ganz klaren Ordnung leben. In diesem UNIversum ist nichts voneinander getrennt. Alles ist miteinander verbunden. Gleichzeitig leben wir in der Polarität und alles, was ist, hat einen Gegenpol. Sonne und Mond, Tag und Nacht, Himmel und Hölle, Yin und Yang, Mann und Frau, Licht und Schatten …

Zwei Pole gehören immer zusammen. Zwei Gegensätze sind eins. Ob es uns gefällt oder nicht: »Der Ärgerer« und »der Verärgerte « sind auch eins. Den einen kann es nicht ohne den anderen geben.

Wir alle leben, um größtmögliche Freude, Liebe und Glückseligkeit zu verkörpern – und aus keinem anderen Grund. Obwohl wir das alle wollen, halten wir durch alte Verletzungen die Türe zu unserem Herzen verschlossen und verhindern damit wahre Erfüllung und Erfolg. Häufig ahnen wir nicht einmal, dass wir uns selbst blockieren, und können deshalb auch nicht über unseren eigenen Schatten springen.

Gut, dass es die anderen gibt: Niemand erlebt zufällig etwas Schlimmes. Niemand begegnet anderen Menschen ohne Sinn. Unsere 3 Bewusstseinsebenen bringen uns so lange mit »schwierigen « Menschen und Situationen in Kontakt, bis wir erkennen, dass es in Beziehungen viel mehr um uns selbst geht als um andere. Andere sind nur aus zwei Gründen in unserem Leben:

1. Freude
2. Entfaltung

Mitmenschen sind unsere Spiegel und Spielgefährten. Sie helfen uns, Blockaden aufzulösen, damit wir unser volles Potenzial entfalten. Kennen Sie noch die Liebe-ist-Sprüche, die Ende des 20. Jahrhunderts auf Brettchen, Tassen, Blöcken etc. zu lesen waren? Wenn Sie uns fragen würden, was Liebe ist, dann würden wir antworten:

»Liebe ist die Bereitschaft, sich selbst mit allen Gedanken und
Gefühlen anzunehmen und von überholten und überflüssigen
Urteilen zu befreien und sein Herz zu öffnen.«

Dann brauchen wir nicht länger …
… so tun, als wären wir jemand anderes.
… beweisen, dass wir gut sind.
… in der Angst leben, entlarvt zu werden.

Woran denken Sie bei Liebe: an Verliebte, ein Paar, weiße Tauben, rote Rosen …? Liebe ist mit so vielen Bildern überlagert, die alle für Verliebtheit und Projektion stehen, aber nicht für vollkommene Liebe.

Die Schattenexpertin Debbie Ford beschreibt sie so: »Vollkommene Liebe ist für das Gefühl das, was vollkommenes Weiß für die Farbe ist. Viele glauben, Weiß sei die Abwesenheit von Farbe. Das ist falsch. Es ist die Einheit aller Farben. Weiß ist die Kombination aller existierenden Farben. So ist auch die Liebe nicht die Abwesenheit von Emotionen (Hass, Ärger, Lust, Eifersucht), sondern die Summe aller Gefühle. Die Endsumme. Einfach alles.«

Schattengesetz

Der Zusammenhang zwischen Körper, Seele und Verstand ist vielen von uns inzwischen geläufig. Der Zusammenhang zu unserem »Schatten« ist vielen noch nicht so vertraut.

Der Psychologe C. G. Jung ist der Vater der Schattentheorie. Er sagte: »Der Schatten ist alles das, was du auch bist, dich aber nicht traust zu sein.« Der Schatten ist somit die verborgene Seite unseres Selbst – unser gebundenes Bewusstsein. In ihm verbergen sich alle Charakterzüge, Ängste und Aspekte, die wir jemals abgespalten, verleugnet oder verdrängt haben. Oft sind es unsere dunkelsten und unsere hellsten Anteile – die darauf warten, von uns geborgen zu werden.

Es mutet verrückt an: Während unserer Erziehung und Ausbildungszeit brauchten wir eine enorme Energie, um alles an uns zu verdrängen, was unsere Eltern, Freunde, Lehrer und Vorgesetzten nicht gutheißen konnten. Was sie nicht zu schätzen wussten.

Von klein auf lernten wir zu sein, wie man uns haben wollte, aber nicht, wie wir wirklich waren. Und je mehr man uns nicht mochte, wie wir waren, umso mehr versteckten wir von uns. In unserem Schatten stecken unzählige Qualitäten und Stärken, die wir selbst bisher nicht annehmen wollten, konnten oder durften: schwach, laut, aggressiv, dominant, aufmüpfig, unhöflich, kreativ, verrückt, unberechenbar, verträumt, fantasievoll, verletzlich, egoistisch … zu sein. Statt echt zu sein, legten wir uns eine sozial verträgliche Maskenidentität zu.

Anstatt in dir eine Wand aus Widerstand aufrecht zu halten,
gegen die alles, was dir »nicht passieren sollte«, ständig und
schmerzlich abprallt, lasse alles durch dich hindurchziehen.
Eckhart Tolle

Wenn Licht den eigenen Schatten erhellt

Dr. Mikao Usui sagt: »Sei dankbar für die vielen Verletzungen.« Als ich diesen Satz zum ersten Mal las, glaubte ich, er habe sich verschrieben. Etwas später dachte ich: »Der spinnt.« Erst nach einiger Zeit verstand ich, was er meinte.

Vorträge zu halten, war für mich (Astrid-Beate) viele Jahre echter Horror. Ich hatte oft den Eindruck, den Boden unter den Füßen zu verlieren. Während andere mit Leichtigkeit jede Bühne rockten und Freude daran hatten, ein großes Publikum zu unterhalten, rutschte mir jedes Mal das Herz in die Hose.

Trotzdem brannte die Sehnsucht in mir, Menschen mit meinen Botschaften zu erreichen. Angst ist meiner Meinung nach ein schlechter Berater. Also nahm ich diese Herausforderung an und organisierte jeden Monat einen Abendworkshop, bei dem ich mich mit mindestens zwanzig Menschen konfrontierte.

Eines Tages, zehn Minuten vor einer Veranstaltung, haute mich eine Begegnung fast aus den Schuhen. Während ich auf die letzten beiden Teilnehmer wartete, betrat ein Herr den Veranstaltungsraum und alles in mir erstarrte.

Schlagartig wurde mein Mund trocken, meine Hände wurden feucht, meine Zunge war wie gelähmt und mir wurde schlecht.
Diesen Herrn hatte ich bis dahin noch nie gesehen. Trotzdem brachte er meine Innenwelt in Turbulenzen. Zusätzlich zu meinem Lampenfieber löste er in mir eine Lawine von Gefühlen aus, die alles Bisherige übertraf: Ich fühlte mich klein, schwach, unsicher und inkompetent. Wäre ich eine Teilnehmerin gewesen, hätte ich mich zurückgezogen – mein Fluchtinstinkt war angesprungen. So musste ich aber bleiben. Worüber ich heute sehr dankbar bin!

Gefühle haben immer eine Geschichte. Heute weiß ich, welche Botschaft diese Gefühle für mich hatten. Heute bin ich froh, dass diese Tretmine entschärft ist. Die emotionale Explosion hat mir viele meiner abgespaltenen Aspekte ins Bewusstsein zurückgebracht. Damals ging es für mich um Themen wie:

•    Kompetenz zeigen
•    Konfrontation aushalten
•    Authentisch sein
•    […]

Der Herr hatte eine starke Präsenz und natürliche Autorität, die mich schier umwarf. Als ich mich nach der Veranstaltung reflektierte, wurde mir bewusst, dass er mich an eine Autoritätsperson meiner Kindheit erinnerte.

Eine schmerzhafte Erfahrung mit dieser Person hatte dafür gesorgt, dass ich mich immer noch zögerlich und zurückhaltend in der Öffentlichkeit bewegte. Doch die Begegnung an dem Abend hat viele meiner verdrängten Gefühle wachgeküsst.

Auslöser, die unangenehme Gefühle wachrufen, sollten immer
begrüßt werden, denn sie bieten uns die Chance, uns zu verändern
und einem bedingungslosen Glückszustand näherzukommen.
Dr. Roy Martina

Gerade Begegnungen mit emotional aufwühlenden Erfahrungen sind ein Wachstumsimpuls für unsere Bewusstseinsentwicklung – eine Aufforderung zu mehr Liebe. Mal geht es um unsere Selbstliebe, mal um unser Mitgefühl. Immer sollten wir den Menschen dankbar sein, die es uns ermöglichen, uns immer weiter in unsere Kraft zu bringen. Wann immer uns jemand begegnet, der uns richtig aus der Bahn wirft, können wir uns mit dem Gedanken anfreunden: »Ja, so bin ich auch!«

Erst wenn wir uns das ganze Spielfeld des Leben erlauben, also laut und leise, ordentlich und chaotisch, fleißig und faul, geizig und großzügig, freundlich und feindlich … zu sein, brauchen wir nicht mehr mit verdrängten Schattenanteilen konfrontiert zu werden.

Mit einem verschlossenen Herzen sehen wir uns als getrennte Wesen an. Wir verstehen nicht, dass wir im Grunde eine unendliche Vielfalt verschiedenster Qualitäten und Energien in uns tragen. Wir haben vergessen, dass eine unserer wichtigsten Lebensaufgaben darin besteht, möglichst viele dieser Energien in uns zu entdecken und zu entwickeln, sodass wir immer mehr unser volles Potenzial ausschöpfen können.

Egal ob wir sie »Arschengel« nennen wollen, wie es der Diplom-Psychologe Robert Betz tut, oder  »Schicksalserfüllungsgehilfen «, wie unsere Lehrerin Heidi Viola Gerhard – immer sind diese Menschen ein Geschenk auf unserem Weg.

Seit dem Vorfall ist mein Mut gewachsen, öffentlich über Spiritualität im Business zu sprechen. Ich habe mehr Vertrauen, mich klar zu äußern und nicht mehr so sehr darauf zu achten, ob allen gefällt, was ich sage. Meine Selbstliebe ist stärker geworden. Was immer passiert, wenn wir unsere Gefühle nicht länger verdrängen und unser Licht nicht länger unter den Scheffel stellen.

Ein größeres Geschenk kann man einem Menschen doch gar nicht machen, als ihn auf seine Schattenanteile aufmerksam zu machen, damit er ganz wird. Heute weiß ich: Keiner ist in meinem Leben, der nicht ein Geschenk für mich hat. Alle Begegnungen haben einen Sinn. Mal treffen Menschen zusammen, um Spaß miteinander zu haben, mal entsteht ein Miteinander, weil es etwas bewusst zu machen gilt – mal auf der einen, mal auf der anderen Seite. Nie sind Begegnungen sinnlos. Und: Nie macht es Sinn, unangenehme Erfahrungen vermeiden zu wollen. Im Gegenteil: Sie ermöglichen uns bewusster zu werden, Bewusstsein zurückzugewinnen und zu erweitern.

Elternhaus

Im Austausch mit der Dipl.-Psychologin Felizitas Conrath wurde mir etwas Wichtiges bewusst: Die Art und Weise, wie in unserer Familie mit unserem Selbstausdruck umgegangen wurde, bestimmt häufig darüber, wie wir später mit uns selbst umgehen bzw. wie unser innerer Kritiker uns von der Entfaltung unseres vollen Potenzials abhält:

•    Wurde in unserer Familie über »Fehlverhalten« geschwiegen, ist es unsere Lernaufgabe, bei Konflikten die Konfrontation zu suchen, statt den Kontakt zu meiden.
•    Wurde in unserer Familie mit Aggression auf »Unliebsames« reagiert, ist es unsere Lernaufgabe, liebevoll mit Konflikten umzugehen, statt laut zu werden und andere zu verletzen.
•    Wurden Spott und Abwertung eingesetzt, um »richtiges Verhalten« zu erzwingen, ist es unsere Aufgabe, unseren authentischen Selbstausdruck zu entfalten, statt unsere wahren Wünsche weiter zu verstecken.
•    Wurden unsere Grenzen oft überschritten, ist es unsere Lernaufgabe, uns der eigenen Grenzen gewahr zu werden, statt uns selbst aufzugeben.
•    Wurden Wünsche immer wieder mit rationalen Argumenten ausgeredet, ist es unsere Lernaufgabe, die eigenen Bedürfnisse wieder zu spüren, statt uns mit weniger als dem Besten zufriedenzugeben.